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Mittwoch, 4. Februar 2015

Essay zum Oktoberfest-Attentat 1980

Du wirst nicht einmal in 1000 Jahren, weit und breit im Universum, einen Rechten, Ultrarechten oder sonstigen Rechtsextremisten finden, der jemals eine Bombe hochgehen lassen würde auf dem urigsten Fest seines eigenen Volkes. So auch nicht auf dem Oktoberfest der Bajuwaren in Minga 1980. Nicht einmal auf der Kärwa von Kackinwald.

Diejenigen die damals vor 35 Jahren dieses Fiasko einfädelten, hatten eher noch ein Hähnchen zu rupfen gehabt; vielleicht mit jenem Olympia-München1972, wo ebenfalls im Monat September, trotz viel vergossenen Blutes, letztendlich zynisch "the games must go on!", ausgerufen wurde. 

So bringe man lediglich einen, vorher gründlich Ausgesuchten, dazu, auf's Oktoberfest zu gehen, und lasse ihn jene verdammte, weiße Tüte aus dem Müllkübel holen? Kaaaabuuuum!!! Dann lege man listig alle falschen Fährten dahin wo man sie haben will und schicke die Journalisten in den Märchenwald. 
Drei Fliegen mit einem Schlag erledigt: Vergeltung, die Deutschen wieder mal als Nazischweine dahingestellt und endlich einen triftigen Grund zur intensiveren Überwachung der barbarischen Germanen geschaffen. Bravo!

Was ich meine, ist: Kein Patriot pisst auf die Flagge seines eigenen Volkes - nicht einmal im dumpfsten Suff! Nirgendwo auf der ganzen Welt nicht! Nur seine Feinde tun das - und zwar immer und immer wieder, direkt oder indirekt.

So zumindest sehe ich das, als aufgeweckter Linker mit schlafendem Herzen auf dem rechten Fleck.